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    Zum ersten Mal edierte Quellen zeigen den »Kriminalgeschichten-Meißner« am Schreibtisch.Lange war August Gottlieb Meißner vor allem als Schöpfer der deutschen Kriminalgeschichte bekannt; vergessen waren die Romane, Biographien und die oft an Heinrich von Kleist erinnernde Kurzprosa; kaum im Gedächtnis die wichtige Rolle, die der Prager Professor für Ästhetik für die jungen deutsch- und tschechischsprachigen Dichter hatte. Seine zumeist aus der Prager Zeit (1785-1805) stammenden Briefe und die Notizbücher zeigen einen vielseitigen Schriftsteller des 18. Jahrhunderts bei der Arbeit: beim Festhalten von Lesefrüchten, Gelegenheitsgedichten, adeligen Kriegsanekdoten und des Sprachwitzes der Prager Juden. Er notiert, übersetzt und ordnet, denkt nach, wie man es erzählen könnte; korrespondiert mit Adeligen, Autoren und Verlegern und gründet schließlich selbst einen Verlag. Die erstmals veröffentlichten Texte gewähren Einblicke in Meißners schwierige Existenz zwischen Sachsen, Österreichund Böhmen, die Verhältnisse eines freiwilligen und doch nicht glücklichen Emigranten, dessen Eigenschaft es war, »geschäftig [zu] seyn und Leben für Sinonima zu halten.«
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    "Den 20. ging Lenz durch s Gebirg. Die Gipfel und hohen Bergflächen im Schnee, die Täler hinunter graues Gestein, grüne Flächen, Felsen und Tannen. Es war naßkalt, das Wasser rieselte die Felsen hinunter und sprang über den Weg. Die Äste der Tannen hingen schwer herab in die feuchte Luft. Am Himmel zogen graue Wolken, aber Alles so dicht, und dann dampfte der Nebel herauf und strich schwer und feucht durch das Gesträuch, so träg, so plump."Der berühmte Beginn von Büchners Lenz, eines Textes, dem man seine Entstehungszeit kaum glaubt, so modern, so geistesnah ist diese fulminante kleine Novelle, die man gleich wieder von vorne anfangen möchte, kaum hat man sie zu Ende gelesen. Die liebevoll edierte Leinenausgabe trägt diesem Bedürfnis Rechnung.Den notwendigen Hintergrund für ein tieferes Verständnis des Textes liefert Joachim Bark, Experte für die Literatur des 19. Jahrhunderts, in seinem ausführlichen, gut lesbaren Nachwort. Anmerkungen und eine Zeittafel runden den Band ab.
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    »Aber Jakob ist immer quer über die Gleise gegangen.« - Mit diesem Satz beginnt Uwe Johnsons 1959 erschienenes Debüt Mutmassungen über Jakob. Mit diesem Roman begann seine eigene Geschichte als »Dichter der beiden Deutschland«. Das Etikett verbat er sich. Trotzdem bleibt Johnson der Erzähler von Ost wie West.Die Uwe Johnson-Werkausgabe (Rostocker Ausgabe) ist eine historisch-kritische Ausgabe, die mit insgesamt 22 Bänden in 43 Teilbänden in drei Abteilungen erscheinen soll: Werke, Schriften und Briefe. Sie entsteht als Akademienvorhaben der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften an der Universität Rostock. Herausgegeben wird sie von Holger Helbig und Ulrich Fries, unter Mitarbeit von Katja Leuchtenberger.Die Bestände des Uwe Johnson-Archivs, ein Depositum der Johannes und Annitta Fries Stiftung an der Universität Rostock, bilden die Grundlage der Edition. Sie erscheint im Buch und zeitversetzt im Internet. Die digitale Präsentation zielt auf historisch-kritische Vollständigkeit bei höchstem wissenschaftlichen Anspruch und maximaler Flexibilität für die Leser. Die Referenzbasis bleibt der im Buch kritisch edierte Text.
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    Vorlesungen über die Ästhetik I ab 23 € als Taschenbuch: Werke in 20 Bänden Band13. suhrkamp taschenbücher wissenschaft suhrkamp taschenbücher wissenschaft. Neuauflage. Auf der Grundlage der 'Werke' von 1832 - 1845 neu edierte Ausgabe. Aus dem Bereich: Bücher, Wissenschaft, Philosophie,
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    Vor 50 Jahren veröffentlichten Gretel Adorno und Rolf Tiedemann erstmals eine aus dem Nachlass edierte Ausgabe von Theodor W. Adornos Ästhetischer Theorie. Obgleich das von Adorno selbst als opus magnum verstandene Werk unvollendet blieb und nur als posthumes Kompilat erschien, entfaltete es in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert eine enorme Wirkung, die weit über den Bereich der philosophischen Ästhetik hinausging. Renommierte Autoren und Autorinnen unterschiedlicher Disziplinen nehmen das Jubiläum des erstmaligen Erscheinens der Ästhetischen Theorie zum Anlass, diesen Klassiker aus verschiedenen Perspektiven noch einmal neu in den Blick zu nehmen. Neben Essays zur Relevanz und Aktualität der Ästhetischen Theorie für die philosophische Ästhetik im 21. Jahrhundert stehen persönliche Texte, die die Bedeutung des Buches für das je eigene Denken schildern. Darüber hinaus finden sich Beiträge, die der Frage nachgehen, in welcher Weise einetextkritische Neuedition zu einer Relektüre dieses kanonisch gewordenen Textes führen und die Rezeption verändern könnte. Zu den Autor/innen gehören unter anderen Horst Bredekamp, Bazon Brock, Eva Geulen, Lydia Goehr, Robert Pippin, Martin Saar, Martin Seel und Beat Wyss.
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    Österreich zu Beginn der 30er Jahre. Im beschaulichen Kurort Maria Blut beginnt es zu brodeln. Auf den Straßen, am Marktplatz und in der Kirche wird getuschelt: Hat dieser oder jener nicht eine Halbjüdin zur Mutter? In nur wenigen Monaten spitzt sich die Lage zu: Radikalisierte Männergruppen parodieren durch die Straßen und skandieren: »Heil! Heil!«. Wunderheiler und falsche Propheten tauchen auf und verkünden den bevorstehenden Weltuntergang, deklassierte Adelige schimpfen auf die »Saurepublik«, und schließlich steht auch noch die ortliche Konservenfabrik in Flammen. Klammheimlich, wie ein schleichendes Gift, breitet sich die NS-Ideologie in einem osterreichischen Provinznest aus - und am Ende ist nichts mehr, wie es war. "In ihrem vielleicht besten Roman [...] 1935 geschrieben und posthum 1957 erschienen, beschreibt Lazar am Beispiel eines wirtschaftlich maroden Dorfes kassandrahaft das Heranreifen des Nationalsozialismus." - Margarete Affenzeller, DER STANDARD"[...] ein kleines literarisches Wunderwerk"- Thomas Mießgang, DIE ZEIT"[...] ein[ ] trefflich böse[r] satirische[r], nun neu edierte[r] Roman über das Heraufdämmern des Nationalsozialismus in einer kleinen österreichischen Provinzstadt."- Franz Haas, NZZ"[...] eine bitterböse und sehr wahre Melange"- Harald Eggebrecht, SÜDDEUTSCHE ZEITUNG
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    Im Wintersemester 1963/64 hält Theodor W. Adorno an der Frankfurter Universität eine Vorlesung, die zum Glutkern seiner Philosophie führt: der Theorie der Dialektik. In intensiver Auseinandersetzung insbesondere mit Hegel und Marx profiliert er in Fragen der Dialektik seine eigene Konzeption von dialektischer Philosophie als einer radikal nonkonformistischen Denkbewegung, die sich nicht »automatisch einschnappenden Reaktionen« überlässt. Beim Versuch, zu begreifen, was sich dem Begriff entzieht, wählt die Dialektik, so wie Adorno sie versteht, nicht den bequemen Mittelweg, sondern den energischen Widerspruch, den Gang durch die Extreme »der Sache selbst«. Das erlaubt den Blick hinter die Fassade der gesellschaftlichen Wirklichkeit und markiert zugleich den »Weg ins Freie«.Fragen der Dialektik komplettiert die Reihe der drei Vorlesungen, in denen sich Adorno diesem für ihn so zentralen Thema explizit widmete. 1966 wird er es dann in seinem philosophischen Hauptwerk Negative Dialektik vollends entfalten, zu dessen Verständnis diese nun erstmals vollständig edierte Vorlesung beizutragen vermag. Sie wird ergänzt durch die »Stichworte«, anhand deren Adorno seine Vorlesung frei sprechend hielt, sowie einen ausführlichen Anmerkungsteil, der die zahlreichen Bezugnahmen auf Ereignisse, Personen und Texte nachvollziehbar macht.
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    Jede fiktionale Gestaltung nach einer wahren Vorlage bringt das Leben dahinter fast zum Verschwinden. So auch im Fall der Elisabeth von Ardenne, die wir als Effi Briest in Fontanes gleichnamigem Roman oder Klotilde in Friedrich Spielhagens "Zum Zeitvertreib" zu kennen meinen. Ihr Leben umfasste beinahe ein ganzes Jahrhundert (1853-1952), während ihr Alter Ego bei Fontane in jungen Jahren sterben muss - wohl "zur Strafe" für den begangenen Ehebruch. Im echten Leben resultierten daraus der Duell-Tod ihres Liebhabers Emil Hartwich (1843-1886), die kurzzeitige Inhaftierung des Ehemanns Armand von Ardenne (1848-1919) und die darauf folgende langjährige Trennung von den eigenen Kindern.Von Ardenne hat in hohem Alter autobiografische Niederschriften verfasst, die hiermit erstmals in Gänze veröffentlicht werden. Sie blenden das Skandalon ihres Lebens nahezu vollständig aus und sind stellenweise fragmentarisch. Und trotzdem: Mit Kunstfertigkeit, Gespür für Humorvolles und manchmal überraschender Direktheit fügt von Ardenne Szenen ihres Lebens zu einer impressionistischen Collage zusammen.Ergänzt wird diese Ausgabe durch zahlreiches Bildmaterial, historische Quellen zum Duelltod Emil Hartwichs und ebenfalls erstmalig edierte Briefe des württembergischen Theologen Christoph Blumhardt an Elisabeth von Ardenne, mit dem sie nach dem Bruch mit der eigenen Familie in engem Austausch stand.
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    Individuen kann man bekanntlich daran erkennen, daß sie einen Knick in der Optik haben. Sie gewinnen allen öffentlich zugänglichen Dingen und Ereignissen einen zweiten Sinn ab, der zunächst einmal nur für sie selbst zugänglich ist. In dieser höchst persönlichen Optik mag dann etwa als Langsamkeit eines Mitmenschen erlebt werden, was dieser der Ungeduld des Erlebenden selbst zurechnen würde. Besonders konsensfähig ist diese individualisierte Art des Erlebens also nicht. Immerhin kann der Fall eintreten, daß ein anderer, statt einfach nur mit dem Kopf zu schütteln, sich in meine Weltsicht hineinversetzt und dann sogar anfängt, sie durch eigenes Handeln zu bestätigen: Statt mir Ungeduld vorzuwerfen, handelt er selbst etwas schneller. Für die anderen ist mein Erleben dann immer noch unmaßgeblich, aber für den anderen hat es offenbar die Kraft eines starken Motivs. So wird es mir leichter gemacht, der zu sein, der ich bin.In dieser Bestätigung fremden Erlebens durch eigenes Handeln sieht Niklas Luhmann die kommunikative Grundlage dessen, was wir Liebe nennen. Sein 1982 erschienener Klassiker Liebe als Passion hatte vor allem die Ideengeschichte des Themas vor Augen. Der nun edierte Aufsatz, geschrieben 1969 als Vorlage zu einem der ersten Bielefelder Seminare Luhmanns, behandelt die Liebe ohne den Apparat des Gelehrten. Er bietet eine direkte und pointierte Darstellung der bis heute einzigen soziologischen Theorie der Liebe, die wir haben.
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    Das Standardwerk zur Ausbildung des klassischen BalletttänzersBislang gibt es kein anderes Buch, das so umfassend und systematisch den Ballettunterricht für Tänzer darstellt. Tarassows Standardwerk ist das Ergebnis seiner langjährigen Tätigkeit an der Moskauer Ballettschule. Die 2005 sorgsam edierte und übersetzte Fassung von Martin Puttke, der selbst Tarassow-Schüler war, macht deutlich, welche Bedeutung das Werk in methodisch-pädagogischer Hinsicht heute noch hat. In immer noch unerreichter Qualität werden darin alle Belange der männlichen Tanzausbildung behandelt.Tarassows methodische Konzeption ist unverändert modern, weil sie das geistige Potenzial des Tänzers berücksichtigt und herausfordert. Im Vordergrund steht der künstlerische Ausdruck, während die Technik lediglich als Voraussetzung für eine individuelle Darstellung betrachtet wird.- Das Standardwerk für den männlichen Balletttänzer- Alle methodischen Grundlagen, klar nachvollziehbar- Unverändert modern: Tarassow berücksichtigt Geist und Körper des Tänzers- Die elementaren Bewegungen des klassischen Tanzes- Lehrwerk für die Ausbildung und den Beruf, mit vielen Zeichnungen und umfangreichem RegisterDer klassische Tanz mit all seinen ElementenIm ersten Teil des Buches werden die methodischen Grundlagen für die systematische Ausbildung des Tänzers erläutert, bis hin zur Unterrichtsplanung und Leistungseinschätzung. Im zweiten Teil werden die elementaren Bewegungen des klassischen Tanzes vorgestellt. Dazu gehören Bein- und Armpositionen, Posen und tänzerische Schritte, Sprünge und Battus, Wendungen und Drehungen (Pirouetten). Die den Text begleitenden Zeichnungen veranschaulichen die Bewegungsabläufe und die exakte Körperhaltung, Varianten sowie die die Dynamik der Bewegungen werden beschrieben.Von der Methodik zum künstlerischen AusdruckBallettlehrer und Ballettschüler können hier ihre theoretischenund methodischen Kenntnisse erweitern und überprüfen, aber auch künstlerische Inspiration finden. Tarassow selbst war es stets wichtig, dass letztlich Planmäßigkeit und Zielstrebigkeit im Unterricht zum einem ganz originären künstlerischen Ausdruck finden, der in der Persönlichkeit des Tänzers angelegt ist.
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